Alles beim Alten

13442388_878266278985389_4048937070670298555_nEin islamistisch motivierter Todesschütze richtet in Orlandos bekanntestem Nachtclub für Homo- und Transsexuelle 49 Menschen hin und verletzt 53 weitere. In den USA ist das kollektive Entsetzen über das verheerendste Massaker eines Einzeltäters in der Geschichte des Landes vorherrschend. Derweil echauffieren sich deutsche Leitmedien in gewohnter Weise über zu lasche Waffengesetze und die unter der Bevölkerung der USA virulente Homophobie als die beiden Faktoren, auf welche der Angriff wesentlich zurückzuführen sei. Der islamistische Hintergrund des 29jährigen Todesschützen Omar Mateen wird zwar zumeist genannt, als ursächliche Tatmotivation wird er allerdings kaum wahrgenommen. „Alles beim Alten“ weiterlesen

Islamistischer Prediger an der Universität Duisburg-Essen

zaidan2
Amir Zaidan

Berichteten wir vor kurzem noch darüber, dass die Umtriebe des „Islamischen Studierendenbundes Essen“ (ISB) äußerst kritisch zu betrachten sind, so bemüht sich deren Duisburger Kooperationspartner, der „Islamische Studierendenverein“ (ISV) nun offenbar darum, nachzuziehen. Anders lässt sich nicht erklären, dass der ISV mit Amir Zaidan einen der Muslimbruderschaft nahestehenden „Islamologen“ einlädt, am kommenden Mittwoch (04. Mai) im Duisburger Audimax über „Die Beweise für die Existenz Allahs“ zu referieren.

Bei der 1928 in Ägypten gegründeten Muslimbruderschaft handelt es sich um eine der einflussreichsten sunnitisch-islamistischen Bewegungen. Ihr Gründer und ideologischer Vordenker prägte die mittlerweile unter Islamisten zum Leitmotiv avancierte Doktrin, den Tod mehr zu lieben als das Leben. Wenn die Bataillone der Muslimbrüder (deren Selbstbezeichnung „Truppen Gottes“ lautete) durch Kairo marschierten, wurde stets der Sprechchor „Djihad ist unser Aktionsziel […] und Tod für die Sache Gottes unser heißgeliebter Wunsch“ skandiert. Ihre inhaltliche Agenda zielte nicht nur auf die Errichtung eines Gottesstaates ab, sondern war auch stark antisemitisch ausgerichtet. So wurden in den 1930er und 40er Jahren die nationalsozialistischen Deutschen von den Muslimbrüdern unterstützt, u.a. durch die umfassende Verbreitung der 1938 erschienen arabischen Übersetzung von Hitlers Hetzschrift „Mein Kampf“. Zuletzt sorgten die Muslimbrüder für einiges Aufsehen, als der damalige ägyptische Präsident Mohammed Mursi (welcher der Führungsriege der Muslimbruderschaft angehörte) 2012 versuchte, Bestandteile der Sharia in die ägyptische Verfassung zu implementieren. „Islamistischer Prediger an der Universität Duisburg-Essen“ weiterlesen

Mehrtägiges Islamisten-Seminar in Duisburger Moschee

Tarik Ibn Ali (Dailymail)
Tarik Ibn Ali (Bildquelle: Dailymail)

Am kommenden Wochenende (25.-27.03.) soll in der einschlägig bekannten Massjid Ar-Rahman-Moschee in Duisburg-Marxloh ein islamistisches Seminar stattfinden. Dazu sind u.a. auch radikale Prediger eingeladen, die mit den Anschlägen vom 13. November vergangenen Jahres in Paris in Verbindung gebracht werden. Nachdem im Oktober letzten Jahres bereits eine Veranstaltung mit dem berüchtigten Salafisten Pierre Vogel in besagter Moschee verhindert werden konnte, fällt diese nun zum wiederholten Male im Zusammenhang mit radikalislamischen Hasspredigern auf. „Mehrtägiges Islamisten-Seminar in Duisburger Moschee“ weiterlesen

Diktatur der Befindlichkeiten

Es scheint eine dem modernen Akademismus eigentümliche Ambivalenz zu sein, dass das vorherrschende Bildungsideal vom zwangslosen Zwang des besseren Arguments – einst etabliert als Instrument eines auf Wahrheit abzielenden Meinungsaustausches – eine in hohem Maße kritik- und diskussionsunfähige Masse halbgebildeter Maschinenanhängsel produziert. Die nicht mehr auf Wahrheit, sondern auf Verwertbarkeit abzielende universitäre Zurichtung hat zur Konsequenz, dass das ursprüngliche Programm „von den Menschen die Furcht zu nehmen und sie als Herren einzusetzen“ (Horkheimer/Adorno) sukzessive ersetzt wurde durch eine bürokratisierende Theorienverwaltung, der es nur noch darum geht, einmal Gehörtes in Klausuren und Prüfungen zwar repetieren, aber keinesfalls einordnen, gar bewerten oder kritisieren zu können: Die Universität als Heimstätte der Bildung verfällt in ihrer ökonomisch durchrationalisierten Form zur Halbbildungsfabrik. Indem der Anspruch auf Aufklärung und Vernunft dem auf Positivismus und Konformität weicht, wird der Weg bereitet für einen akademischen Relativismus, der umstands- und unterschiedslos anzuerkennen gewillt ist, was gewissen wissenschaftlichen Standardisierungen entspricht – wobei aber ein normatives Werturteil oder gar eine Reflexion auf eine gesellschaftliche Metaebene unbedingt vermieden wird. Durch die im Positivismus wie Relativismus angelegte Tendenz zur Hypostasierung gesellschaftlicher Verhältnisse wird Gesellschaftstheorie nicht als „einzig entfaltetes Existenzialurteil“ (Horkheimer) betrieben, sondern dient lediglich Partikularinteressen und wird somit schlechterdings vorkritisch. Letztendlich schlägt das Leitmotiv der freien, undogmatischen Lehre und Forschung in die Borniertheit der Studierendenschaft um, dass i) jeder noch so absurde Firlefanz eine Daseinsberechtigung im universitären Rahmen besitzen müsse und ii) alle Absurditäten noch gleichberechtigt nebeneinander, niemals gegenseitig ausschließend und schlimmstenfalls positiv aufeinander beziehend, existieren müssen – die im eigentlichen Prinzip des modernen Akademismus von vornherein angelegte relativistische Tendenz kommt endgültig zu sich selbst.

„Diktatur der Befindlichkeiten“ weiterlesen