Update zu #BringBackOurBoys

The three kidnapped teens, from left to right: Naftali Fraenkel, Gil-ad Shaar and Eyal Yifrach (photo credit: Courtesy)In den frühen Abendstunden des gestrigen Tages entdeckten Suchtruppen nahe Halhul die Leichen der am 12. Juni nördlich von Hebron in der Westbank entführten israelischen Jugendlichen Eyal Yifrach, Gilad Shaar und Naftali Fraenkel. Laut israelischen Medien wurden die drei Jugendlichen bereits kurz nach ihrer Entführung ermordet und die gefesselten Leichen keine 20 Kilometer vom Ort der Entführung auf einem Feld unter Steinen verscharrt.

Offiziellen Angaben der israelischen Regierung zufolge gelten die beiden Hamas-Mitglieder Amer Abu Aysha und Marwan Kawasme als dringend tatverdächtig. Das israelische Militär hat bereits eine intensive Suchaktion nach Verdächtigen gestartet und in den späten Abendstunden die Wohnhäuser der beiden mutmaßlichen Täter umstellt. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte unterdessen an, dass die Hamas für dieses Verbrechen bezahlen wird.

Eyal, Gilad und Naftali sind nicht bloß die unschuldigen Opfer eines grausamen Verbrechens geworden. Sie waren drei jüdische Jugendliche, die ermordet wurden, weil sie Juden waren: Die Entführung war nicht einmal mit politischen Forderungen verbunden, was an sich schon menschenverachtend und verurteilenswert genug wäre, sondern die Vernichtung von Juden war das einizige Motiv dieser Gewalttat. Sie sind die Opfer eines permanenten Kriegszustandes, der Israel durch sogenannte „Befreiungsbewegungen“ aufgezwungen wird, mit dem Ziel der Vernichtung Israels und allem jüdischen Leben. Als realitätsfremd und pietätlos erscheint in diesem Kontext die einseitig an Israel gerichtete Forderung des deutschen Außenministers Frank Walter Steinmeier nach einer Wiederaufnahme der Friedensgespräche mit den palästinensischen Organisationen. Währenddessen stößt die Hamas-Führung offene Drohungen für den Fall eines israelischen Militärschlags aus und wird der Krankenwagen, der die drei Leichen abtransportieren soll, von einem palästinensischen Mob attackiert.

Es ist nur verständlich, dass Israel als staatlicher Souverän solche Angriffe gegen seine unmittelbare Existenz nicht unbeantwortet lassen kann. In diesem asymmetrischen Krieg gegen die eigene totale Vernichtung ist es völlig legitim, dass Israel als „der bewaffnete Versuch der Juden, den Kommunismus lebend zu erreichen“ (Initiative Sozialistisches Forum) von seinen Verteidigungsmöglichkeiten Gebrauch macht – notfalls auch präventiv und über UN-Konventionen hinweg. Dass Israel hierbei allzu oft (und besonders gern von den deutschen Medien) in die Rolle des Aggressors gezwängt und für vermeintlich unverhältnismäßige Interventionen „kritisiert“ wird, zeigt einzig, dass der Umfang der Bedrohungssituation, in der sich der israelische Staat als jüdischer Schutzraum permanent befindet, nicht ansatzweise erfasst wird und stellt weiterhin eine eklatante Verdrehung der Täter_innen-Opfer-Relation dar.

Herbert Marcuse nennt im Vorwort der hebräischen Ausgabe seines Werkes „Der eindimensionale Mensch“ als Bedingung für ein bis dato nicht existentes friedliches Zusammenleben von jüdischen und arabischen Menschen, dass „nur eine freie arabische Welt neben einem freien Israel bestehen (kann)“. Parlamentspräsident Juli Edelstein buchstabierte gestern in deutlichen Worten aus, wie die Umsetzung einer solchen Bedingung auszusehen hat: „Israel muss einen kompromisslosen Krieg gegen den Terror im Allgemeinen und speziell gegen die Hamas führen.“

*Update*

In der Nacht zu Mittwoch bekundeten Aktivist_innen in Duisburg ihre Solidarität mit den ermordeten Eyal, Gilad und Naftali respektive deren Familien, verbunden mit der Forderung nach einer konsequenten Verfolgung der dringend Tatverdächtigen und der Zerschlagung der Hamas und aller anderen Terror-Organisationen.

IMG_8214 3Dazu wurde an einer Autobahnbrücke eine Banderole mit der Aufschrift „Hunt Down Hamas – Once And For All! #EyalGiladNaftali“ angebracht.

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