Fight Fortress Europe! Bericht aus Düsseldorf

Am vergangenen Samstag demonstrierten verschiedenen linksradikale und antifaschistische Gruppen aus der Region in Düsseldorf unter dem Motto “Gegen den Massenmord im Mittelmeer – Nieder mit der Festung Europa” (Aufruf). Wir freuen uns über die circa 250 Menschen, die sich trotz schlechter Witterungsbedingungen und sehr kurzfristiger Mobilisierung der Demonstration angeschlossen haben. Angesichts der grausamen Vorfälle im Mittelmeer sind wir aber auch enttäuscht, dass nicht wesentlich mehr Menschen mit uns gegen die mörderische Politik der EU und den deutschen Rassismus auf die Strasse gegangen sind.

Von der Friedrich-Ebert-Strasse aus zog die Demonstration lautstark in Richtung der CDU-Landesgeschäftsstelle, um auf die maßgebliche Rolle der letzten Bundesregierungen bei der zunehmend tödlichen Abschottung der EU hinzuweisen. Hier sprach auch ein syrischer Geflüchteter aus Düsseldorf über seine bitteren Erfahrungen mit den deutschen Behörden. Für einige Mitglieder der Jungen Union, die sich im Gebäude aufhielten, waren die Rede und unsere Demonstration offensichtlich Anlass zu zynischer Heiterkeit – sie reagierten sichtlich amüsiert. Weiter ging der Aufzug über die Königsallee zur Altstadt, wo an Passantinnen und Passanten hunderte Flugblätter verteilt wurden.

Insgesamt wurden im Laufe der Demonstration sechs Redebeiträge gehalten. Die Antifa Essen Z thematisierte die menschenverachtende Abschottungspolitik der EU, die Emanzipatorische Antifa Duisburg sprach über das Verhältnis von deutschem Mob zu Geflüchteten, die Association début d’histoire aus Düsseldorf nahm sich in ihrer Rede der Situation von Flüchtlingen in der Stadt an. Die Initiative gegen Duisburger Zustände widmete sich der Frage wie eine treffende antirassistische Kritik auszusehen hätte, und die Gruppe A2K2 sprach über das Verhältnis von kapitalistischer Produktionsweise und rassistischer Ideologie. Der Aufruf wurde in mehreren Sprachen verlesen. Die Demonstration verlief ohne nennenswerte Störungen, einzig einige pöbelnde Rassisten versuchten die Demonstrierenden zu provozieren, ein Redakteur eines rechtsradikalen Blogs wurde der Veranstaltung verwiesen.

Wir hoffen dass die gestrige Demonstration der mörderischen Politik von EU sowie dem deutschen Rassismus zumindest auf symbolischer Ebene etwas entgegensetzten konnte.

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