Redebeitrag zur Iranischen Bedrohung

Anbei dokumentieren wir die Rede zum antisemitischen Bedrohungspotential des Iranischen Regimes, die wir vergangenen Freitag auf der Kundgebung „It’s a bad Deal!“ in Düsseldorf hielten.

Wenn wir uns heute hier versammeln, um gegen den Atomdeal der 5+1-Mächte mit dem klerikalfaschistischen Regime im Iran zu protestieren, dann tun wir dies auch in tiefer Verbundenheit und Solidarität mit dem jüdischen Staate Israel. Obwohl das einer instrumentellen Vernunft folgende Abkommen aufgrund der expansiven Außenpolitik des Irans eine Bedrohung für alle Staaten in unmittelbarer Umgebung darstellt, insbesondere der sunnitisch geführten, sowie langfristig auch für den dem iranischen Ajatollah-Regime verhassten Westen und der ganzen Welt, ist Israel für den Iran der Hauptfeind und potenzielles erstes Ziel atomarer Anschläge.

Ajatollah Ali Khamenei, der Oberbefehlshaber der iranischen Streitkräfte, Staatsoberhaupt des Iran, Oberster Rechtsgelehrter und politischer wie religiöser Führer des schiitischen Islam seit 1989, verkündete am 10. Februar 2010 laut der israelischen Tageszeitung Haaretz, dass die Vernichtung Israels nach Gottes Wille unmittelbar bevorstehe. Einen Tag später wiederholte der damalige Präsident Ahmadinejad diese Vernichtungsdrohungen, in dem er vor dem staatlichen Press TV erklärte, dass Israel bei einer weiteren militärischen Operation im Nahen Osten von den Ländern der Region „ein für alle Mal vernichtet“ werden sollte. Diese exemplarisch genannten Aussagen bilden allerdings keine Ausnahmen, sondern sind in ihrer kontinuierlichen Wiederholung die Regel. Mal wird Israel von Khamenei als „gefährliches Krebsgeschwür“ bezeichnet – die Implikation, dass dieses ausgemerzt werden müsste, ist offensichtlich -, mal hielt Ahmadinejad eine Rede, in der er erklärt, Israel von der Landkarte fegen zu wollen.

Doch auch unter dem neuen Präsident Rohani hat sich nichts geändert. Zum einen hat bei dem iranischen Atomprogramm letztendlich ohnehin der Ajatollah Khamenei das letzte Wort, worauf Israels Premier Benjamin Netanjahu nach dessen Wahlsieg zu Recht hinwies. Zum anderen bezeichnete auch Rohani Israel als „Wunde im Körper des islamischen Welt“. Anlässlich des Al-Quds-Tages 2014 erklärte er, dass „die islamische Welt heute einheitlich ihren Hass und Widerstand gegen Israel erklären“ müsse, und auch in diesem Jahr lief er bei dem von Khomeini aufgerufenen „Marsch auf Jerusalem“ in Teheran in der ersten Reihe, während seine Anhänger ihren Vernichtungswünschen in Richtung Israel und den Vereinigten Staaten durch Sprechchöre und Transparente Ausdruck verliehen.

Dass all diese Aussagen führender iranischer Persönlichkeiten nicht bloß infantiles, vulgäres Gehabe sind, sondern einer strikten antisemitischen Ideologie folgen, wird klarer, wenn man sich den apokalyptischen Charakter der Islamischen Republik seit der Revolution von 1979 vergegenwärtigt.
Seit sich Revolutionsführer Khomeini und seine Anhänger durchgesetzt, die Schah-Herrschaft beendet und die Islamische Republik gegründet haben, ist die Staatsdoktrin eine „Herrschaft des obersten Rechtsgelehrten“. In seiner gleichnamigen Schrift erstellt Khomeini ein Konzept, welches in weiten Teilen die Verfassung der Islamischen Republik darstellt. Hiernach ist der Mullah der Vertreter des 12. Imam auf Erden, der laut Mythos im Verborgenen lebt, um von sunnitischen Mächten nicht ermordet zu werden. Politische Macht kommt in traditioneller Sichtweise nur dem 12. Imam, auch Mahdi genannt, zu; der Oberste Rechtsgelehrte hat lediglich beratende Funktion bis zur Wiederankunft des Mahdis. Nach Khomeinis Grundlagenschrift soll nun der Mullah direkte politische Macht erhalten. Der Widerspruch, dass der Islam nicht mehr die absolute Wahrheit darstellt und die Gesetze der Scharia das Leben der Schiiten regeln, sondern dass Menschen politische Entscheidungen fällen, wird durch Gewalt an Subjekten bekämpft. An Baha´i, Sunniten oder Juden, die im Iran trotz ihrer faktischen Existenz eine unterdrückte Minderheit sind und von denen eine Distanzierung und Verleumdung von Israel gefordert wird. Diese Gewalt wird wiederum religiös begründet: Die Ankunft des Mahdi werde eingeleitet durch das Versinken der Welt in Chaos und Unterdrückung. Khomeini und seine Apologeten wollen Schiiten in einen apokalyptischen Kampf zwischen Gut und Böse führen, in dem der Mahdi auftreten und die Guten zum Sieg führen werde. Durch die Gründung Israels – die Juden stellen das absolut Böse für Khomeini dar – zeige sich, dass die Wiederankunft des Mahdi kurz bevor stehe. Das iranische Atomprogramm steht unter diesem Verdikt.

Der jüngste Deal mit dem iranischen Regime bringt keineswegs den versprochenen regionalen Frieden, sondern durch das Instandhalten der nuklearen Infrastruktur potenziell das drastische Gegenteil – Zerstörung und Vernichtung. Irans Langstreckenraketen versehen mit Atomsprengköpfen könnten problemlos jede Stadt Israels erreichen. Durch die durch das Abkommen erzielten Milliarden Dollar an zusätzlichem Staatshaushalt kann das iranische Regime spätestens nach Ablauf des Abkommens sein intakt gehaltenes Atomprogramm wieder aufnehmen. Ganz zu schweigen von der wohl intensiveren finanziellen Unterstützung von antisemitischen Terrororganisationen wie Hamas oder Hisbollah, die ebenso eine akute Gefährdung für die israelische Bevölkerung darstellen.

All diese Fakten über die Genesis und Gegenwart der Islamischen Republik lassen nur zweierlei Schluss zu: Jede Kollaboration mit dem iranischen Regime verbietet sich, vor allem wenn ein Abkommen für Wohlwollen bei der iranischen Führung sorgt. Und: Es gilt einmal mehr eine bedingungslose Solidarität mit Israel zu formulieren, auch im Falle eines von den Israelis als notwendig angesehenen Präventivschlags gegen iranische Nuklearanlagen. Denn angesichts des Schweigens und Bagatellisierens vor den apokalyptischen Vernichtungssehnsüchten der iranischen Führung gegenüber Israel, scheint leider einmal mehr zu gelten, was der damalige Mossad-Chef Zvi Zamir angesichts der Münchener Geiselnahme 1972 formulierte: »Der Schutz der Juden ist Sache der Juden«.

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