Gegen Pierre Vogel und seine kulturrelativistischen Apologeten

PV1Bemängelten wir letztes Jahr noch die antifaschistische Untätigkeit gegen den salafistischen Hassprediger Pierre Vogel, gelang es dieses Jahr durch öffentlichen Druck die Predigt Vogels in der Massjid Ar-Rahman-Moschee in Duisburg-Marxloh zumindest in ihrer bis dato geplanten Form zu verhindern.

Wie die WAZ bereits am Donnerstag berichtete, wurde die für Samstag beworbene Veranstaltung ohne Angabe genauer Gründe (wobei die – nicht zuletzt durch uns – ins Licht der Öffentlichkeit gerückten radikalislamistischen Umtriebe des Moscheevereins dabei eine Rolle gespielt haben dürften) abgesagt. Dies bestätigte Pierre Vogel am Freitag auf seinem Facebook-Profil, kündigte im selben Atemzug jedoch an, die Veranstaltung nunmehr in einer Privatwohnung durchzuführen. Der genaue Ort ist unbekannt, eingeweiht ist lediglich ein kleiner Kreis an Personen aus dem Umfeld Vogels. Es kann daher wenigstens als kleiner Teilerfolg antifaschistischer Intervention gewertet werden, dass sich die Salafisten aus dem halböffentlichen Raum zurückziehen und stattdessen auf eine Privatwohnung ausweichen mussten – preaching to the converted.

Solingen, Bonn, Köln oder Dinslaken: Die immense Gewaltaffinität des Islamismus und der Fanatismus der Islamisten stellen Indikatoren für die Notwendigkeit einer dezidiert antifaschistischen Intervention dar, von der reaktionär-totalitären Ideologie des Islamismus selbst ganz zu schweigen. Denn dieser Fanatismus kulminiert im Willen zur totalen Selbstaufgabe jeglicher Individualität für ein Leben (und insbesondere das Sterben) im Dienste Allahs und somit in den Terrorwellen des globalen Djihad gegen alle vermeintlich „Ungläubigen“.

Umso bitterer ist das ohrenbetäubende Schweigen weiter Teile der deutschen Linken. Während noch das kleinste Lebenszeichen der rechten Szene in der Bewegungslinken ritualisierte Betriebsamkeit auslöst, sieht diese offenkundig nicht die geringste Notwendigkeit, sich zu einer breitbeworbenen Versammlung gewaltbereiter islamistischer Fundamentalisten zu verhalten. Im Gegenteil: Gegen Religionskritik bringen die kulturrelativistischen Linken ihren Kampf gegen die sogenannte Islamophobie in Stellung. So kollektivieren sie nach Bedarf das heterogene Spektrum islamischer Glaubensrichtungen zur homogenen Masse und „den Muslim“ zum linken Schutzobjekt, oder stilisieren ihn zur Projektionsfläche der Sehnsucht nach einem revolutionären Subjekt, an welchem sich jegliche Kritik verbiete (wie zum Beispiel das „Duisburger Netzwerk gegen Rechts“ es praktiziert). 

Alternativ werden islamistische Strömungen so lange ausdifferenziert, bis jede emanzipatorische (das heißt im eigentlichen Sinne differenzierte) Kritik am reaktionären Gehalt des Islamismus zur munter vorkritischen Begriffsjonglage verfallen ist. In nuce zeigt sich diese Tendenz zur fortschreitenden Biskampisierung der deutschen Linken an einem Beitrag des „Antifa Infoportal Duisburg“ zur geplanten Predigt Vogels. Zwar wird den Salafisten wahrheitsgemäß attestiert, „ähnlich reaktionäre Ansichten wie NPD, PI-News & co“ zu vertreten. Gleichzeitig wird jedoch in altbekannter linksliberaler Manier empfohlen, die Islamisten einfach zu ignorieren – aus den Augen, aus dem Sinn. 

Die Argumentationskette drehen sie kurzerhand um: „[W]enn der antimuslimische Rassismus […] nicht so verbreitet in unserer Gesellschaft wäre, dann hätten Salafisten […] und ähnliche reaktionäre Gruppierungen deutlich weniger Zulauf“. Warum aktuell massenweise Mittelschichtsdeutsche wie Pierre Vogel, Sven Lau und Konsorten ihr Leben dem Willen Allahs unterstellen, lassen die akzeptierenden Sozialarbeiter vom „Infoportal“ hingegen genauso offen wie die Frage, warum gesellschaftliche Diskriminierung eigentlich einen folgerichtigen Legitimationsgrund für das Konvertieren zu einer menschenverachtenden und brandgefährlichen Ideologie wie dem Salafismus, und im weiteren Verlauf gegebenenfalls das Abschneiden von Köpfen in Syrien, darstellen sollte.

Weite Teile der deutschen Linken und antifaschistischer Restbestände legen nicht die dringend gebotene Sensibilität im Umgang mit Islamisten an den Tag. Es ist an ideologiekritischen Initiativen, über die jährlichen Protestspektakel mit Event-Charakter hinaus, islamistische Umtriebe, gegenaufklärerische Strukturen und Akteure – die hinter die Errungenschaften der bürgerlichen Gesellschaft zurück wollen – genauestens zu beobachten. Wo möglich müssen wir gegen sie intervenieren. In der NRW-weiten „No More Lies!“-Kampagne versuchen wir gemeinsam mit anderen antifaschistischen Gruppen unseren marginalen Teil dazu beizutragen.

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