Die Duisburger Freunde der Mullahs

Am 04. November fand am Duisburger Campus unter dem Titel „Neuer Partner Iran?“ eine vom „Institut für Entwicklung und Frieden“ (INEF) und dem Käte Hamburger Kolleg (KHK) organisierte Diskussionsveranstaltung statt. Anbei dokumentieren wir das Flugblatt, welches wir gemeinsam mit dem Duisburger Bündnis gegen Antisemitismus vor Ort verteilten, um auf den problematischen Gehalt der Veranstaltung hinzuweisen:

„Wenn Jochen Hippler nicht grade in seinen Seminaren mit Frauengeschichten oder seinen guten Kontakten zu Despoten wie Muammar al-Gaddafi prahlt, zeichnet er sich durch redliches Engagement für sogenannte interkulturelle Völkerverständigung aus. Vorkommnisse und Begebenheiten, die Anstoß zur kritischen Reflexion über die Verhältnisse im Nahen und Mittleren Osten geben könnten, fallen da zugunsten seines ostentativ vorgetragenen Orient-Romantizismus schon mal unter den Tisch. Anders lässt sich kaum erklären, dass das „Institut für Entwicklung und Frieden“ (INEF) der Universität Duisburg-Essen – Hipplers Arbeitgeber – gemeinsam mit dem Käte Hamburger Kolleg (KHK) am 4. November zu einer Diskussionsveranstaltung über den Iran als „neuen Partner“ für den Westen lädt.

Dass es dabei keineswegs um eine kritische Auseinandersetzung mit dem Iran geht, sondern einzig um eine Apologie des Mullah-Regimes, offenbart bereits der Ankündigungstext. Kein Wort zur islamistisch-antisemitischen Ideologie des Regimes und ihrer Derivate, dem Verwehren grundsätzlicher Menschenrechte, der gängigen Praxis des Hängens oder Steinigens Homosexueller und ehebrechender Frauen oder der wiederholten öffentlichen Holocaust-Leugnung nahezu sämtlicher Führungspersonen. Stattdessen soll es um die „Möglichkeiten einer konstruktiven Einbindung des Irans“ gehen, beispielsweise im Kampf gegen das Terror-Kalifat des „Islamischen Staates“ und weiterer unter dem euphemistischen Begriff des „Gewaltkonfliktes“ subsummierter Kriege in der Region. Zu guter Letzt wird bedauert, dass „im Westen, insbesondere in den USA, weiterhin große Bedenken, mit dem Iran zusammenzuarbeiten“ bestehen.

Und das mit gutem Recht! Denn der Iran würde bei nächstbester Gelegenheit selbst einen ebensolchen „Gewaltkonflikt“ vom Zaun brechen – nämlich die Eliminierung Israels und seiner Juden – von den Krisenherden in der Region, die der Iran schon jetzt aktiv befeuert und sogar steuert, ganz zu schweigen. Am unverhohlenen Vernichtungswunsch des iranischen Regimes hat sich auch unter dem aktuellen Präsidenten Hassan Rohani nichts geändert, lediglich die Rhetorik ist etwas moderater geworden. So gelingt es Rohani (dem „Friendly Face of Terror“, wie ihn die irankritische Kampagne Stop The Bomb treffend bezeichnet) zwar, sich den westlichen Verbündeten besser zu verkaufen als sein Vorgänger Ahmadinedschad. In der Islamischen Republik bleibt hingegen alles beim Alten, wie jüngste Medienberichte über die fortgeführte Nuklearforschung zu militärischen Zwecken (sprich: dem Bau der Atombombe) ebenso belegen, wie ein Blick auf die aktuelle Hinrichtungsrate: Bis September 2015 wurden dieses Jahr bereits 694 Menschen gehängt, die höchste Zahl an Exekutionen seit 25 Jahren. Der moderate Gestus Rohanis desavouiert sich folglich als scheinheilige Komponente des iranischen Appeasements gegenüber dem Westen.

Podiumsgäste wie Udo Steinbach – seines Zeichens ehemaliger Leiter des „Deutschen Orient-Instituts“ und freischaffender Iran-Lobbyist – werden derartige Gesten natürlich dankbar aufgreifen. Wer, wie Steinbach, die Hamas nicht für eine Terror-Organisation hält, ist eben auch der Ansicht, dass der Iran ein geeigneter Bündnispartner sei, der sich mit der Aufhebung der Wirtschafts- und Handelssanktionen selbst liberalisieren würde; schließlich sei der Iran auch nur ein missverstandenes Opfer seiner prekären Umstände – und Schuld an allem ist ohnehin der Westen.

Dass das Iranische Regime seine antisemitische Propaganda bitterernst meint und sich allein schon aufgrund dessen als potentieller Bündnispartner westlicher Demokratien disqualifizieren müsste, davon wollen Überzeugungstäter wie die Steinbachs dieser Welt freilich nichts wissen. Somit liegen sie nicht nur auf Linie der derzeitigen amerikanischen und deutschen Außenpolitik, sondern machen sich zu willigen Verbündeten der Islamischen Republik in ihrem Kampf gegen Juden, Homosexuelle, Menschenrechte und alles was der klerikalfaschistischen Ideologie des Irans widerspricht. In diesem Sinne:

Keine Geschäfte mit dem iranischen Regime!
Keine Bühne den Duisburger Freunden der Mullahs!“

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