Vortrag: Deutschland im Flüchtlingswahn

Vortrag und Diskussion mit Frank Kucharsky und Harald Finke im Rahmen der Gegenaktivitäten zum ersten Jahrestag von Pegida in Duisburg.

Zwischen Bäcker, Kiosk und M­ensa, seit Wochen scheint es für die Bundesbürger nur ein Gesprächsthema zu geben: Die Flüchtlingskrise. In Radio und Fernsehen folgen auf Berichte über hysterische Menschen, die jeden neuen Migranten mit Applaus, Äpfeln und Altkleidern frenetisch willkommen heißen, als wären sie die Geretteten, die ihre Retter empfangen, Meldungen über angezündete Flüchtlingsheime und randalierende Neonazis, die zuweilen an die frühen Neunzigerjahre erinnern. Begleitet werden die Nachrichten von ständig aktualisierten Zahlenprognosen über die erwarteten Flüchtlinge. Haben Einschätzungen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge den Bundesinnenminister Thomas de Maizière noch von 800.000 Asylsuchenden sprechen lassen, mit denen bis Jahresende zu rechnen sei, erhöhte wenig später Vizekanzler Siegmar Gabriel bereits auf eine Million. Jüngst erklärte Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier, dass er mit bis zu 1.5 Millionen Flüchtlingen rechne, nachdem Bild die Zahl in Umlauf gebracht hatte. Die Zeitung kolportierte zudem, dass über 6.5 Millionen Menschen ihren geflohenen Familienangehörigen nachreisen könnten. Deutschland befindet sich offensichtlich längst im Flüchtlingswahn und probt den Ausnahmezustand. 

Bei der Veranstaltung soll es um die Beweggründe hinter der gewaltigen Mobilisierung von Manpower und Sachspenden gehen, die derzeit zu beobachten ist. Woher kommt der massenhafte Wunsch zu helfen, der selbst Menschen zu überkommen scheint, die nicht für Mitgefühl bekannt sind (bspw. Til Schweiger). Wie ist es um die bundesdeutschen Verhältnisse bestellt, wenn inzwischen fast alle Medien, wie die Antideutschen vor zehn Jahren, von Dunkeldeutschland sprechen, wenn sie über Freital und Heidenau berichten? Gleichzeitig stellt sich die Frage, was es mit der – zwischenzeitlich für unwahrscheinlich gehaltenen – Wiederkehr des militanten Fremdenhasses auf sich hat, der sich zwar hauptsächlich im Osten der Republik austobt, aber auch längst im Westen zu beobachten ist. Handelt es sich tatsächlich nur um ein Ostproblem, um das Comeback eines an sich antiquierten Phänomens? Und woher kommt das merkwürdige Nebeneinander von Hetze und Hilfe, mit denen man hierzulande auf die Flüchtlingskrise reagiert?

Am 12. Januar um 19.30 Uhr im Djäzz.

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